Was versteht man unter Regenwassernutzung?

Die Nutzung von Regenwasser zur Einsparung von Trinkwasser gewinnt täglich mehr an Bedeutung. Sowohl für private
als auch für gewerbliche Bereiche ist sie eine Ergänzung Ergänzung zu moderner wassersparender Sanitärtechnik.

Die Idee, Regenwasser in Reservoirs zu sammeln und in Trockenperioden zu verwenden, ist so alt wie die menschliche Kultur. Bereits im alten Testament findet man Hinweise auf Zisternen.

Regenbogen

Auch hier in Deutschland setzt sich beim Verbraucher mehr und mehr ein zunehmendes ökologisches Bewusstsein durch. Verstärkt wird dies durch die stets steigenden Wassergebühren. Man benötigt nicht mehr für jeden Verwendungszweck im Haushalt den Qualitätsstandard "Trinkwasser" mit den hierfür entsprechend höheren Kosten. Eine Regentonne für die Gartenbewässerung, jahrelang verpönt, ist heute wieder Standard.

Regenwassernutzung im Haus ist dort möglich, wo keine Trinkwasserqualität erforderlich ist, z.B. für die Toilettenspülung, die Spülmaschine oder zum Wäsche waschen. Regenwasser ist sehr weiches Wasser, d.h. durch den Einsatz von Regenwasser werden die Geräte durch deutlich geringere Kalkablagerungen geschont.

Trinkwassereinsparungen bis zu 50% sind durch Regenwassernutzung möglich, in öffentlichen und gewerblichen Gebäuden sogar wesentlich mehr!


Funktionsweise einer Regenwassernutzungsanlage

Die Funktionsweise einer Regenwassernutzungsanlage ist in einer Grafik des Bayerisches Staatsministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz dargestellt.
Das Regenwasser wird von den Dachflächen aufgefangen, fließt vom Dach über Fallrohre und einen Sammelschacht mit Filter, von wo er gereinigt in den Regenwassertank geleitet wird.
Ein beruhigter Zulauf fördert die Sedimentation. Die noch enthaltenen feinsten Schwebstoffe setzen sich am Boden als Sedimentschicht ab. Diese Sedimente verwandeln sich in Mineralien, wodurch die Wasserqualität gefördert wird.
Der Speicher der Regenwassernutzungsanlage ist mit einer Belüftung und einem Überlauf versehen. Das überlaufende Regenwasser sollte nach Möglichkeit über einen separaten Sickerschacht in den Untergrund versickern.
Eine Pumpe fördert bei Bedarf das Wasser mit ausreichend Druck zum Verbraucher. Der Schaltautomat der Pumpe sorgt dafür, dass sie sich automatisch ein- und ausschaltet.

Regenwassernutzung mit entsprechender AnlageWie Sie aus dieser Grafik ersehen können,
benötigt man nur ca. 30% des verbrauchten Wassers wirklich in Form von Trinkwasser.

Die Größe des Wassertanks ist abhängig von der Art der Nutzung, also Haus- und Gartennutzung oder nur Gartenbewässerung. Bei der Haus- und Gartennutzung ist die Anzahl der Bewohner, die angeschlossene Dachgrundfläche und die Größe des Gartens von Bedeutung.
Bei der reinen Gartennutzung kommt es nur auf
die Gartenfläche und die angeschlossene Dachgrundfläche an.
Beispiele für Berechnung der Tankgröße bei einer Regenwassernutzung für Haus- und Garten.

 

Anzahl Bewohner

Gartengröße

Dachfläche

Tankgröße

1 –2

200 qm

100 qm

4.500 l

4- 5

1000 qm

120 qm

7.500 l


Regenwassertanks werden in Größen von 1000 bis 9000 Liter Fassungsvermögen angeboten.


Fördermittel

In vielen Gebieten werden Regenwassernutzungsanlagen öffentlich gefördert. Die Versickerung von Regenwasser wird inzwischen fast überall durch die Befreiung von der Versiegelungsgebühr belohnt. Die Förderung ist jedoch sehr unterschiedlich. Regionale Informationen zur Regenwassernutzung erhalten Sie bei Ihrer Gemeinde.

 

Haben wir Sie neugierig gemacht? Wir beraten Sie gerne detailliert.

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